Freitag, Dezember 23, 2005

Menerawang

Es ist oft schön, in sich selber zu bleiben, mit sich selber zu beschäftigen, zu streiten und zu geniessen, im Schweigen. Nach aussen hin sieht es kalt und schweigsam (woher soll die Stimme kommen wenn doch alles in Veerschwiegenheit passiert?;) ), viel zu ruhig und es passiert nichts. Es sind dann Vorurteile über Vorurteile gekommen. Bist Du traurig? Hast Du Probleme? Bist Du gerade sehr beschäftigt? Bist Du müde?
Beim Sprachenlernen gibt es oft viele bunte Bilder, besser gesagt, bunte Kartoons. Sei es wenn man englisch, deutsch, spanisch, französisch(?) lernt, in den Lehrbücher gibt es oft viele schöne Karikaturen. Wenn sie farbig sind, um so schöner. Oft wird eine sehr beschäftigte Strasse od. Gesellschaft gezeigt. Auf der Strasse ist gerade eine Mutter, die sich mit ihrem achtjährigen Sohn diskutiert, weil er plötzlich nicht weitergehen möchte, das andere Kind, im Kinderwagen, schreit gerade, denn es hat Hunger. Ein Strassenmusikant spielt gerade Saxophone, mit einem offenen Koffer vor sich, darin ein Paar Münze. Eine Kassiererin meckert über einen Kunden, der nicht genug Geld bei sich hatte. Ein alter Mann ist gerade aus dem Laden mit zwei vollen Tüten rausgegangen, seine Handschuhe sind ihm aus der Hand runtergefallen, und er bückt gerade um diese wieder zu heben.
Oder eine andere Szene aus der Nachbarschaft. Es ist gerade Mittagszeit. Eine Oma ist in Ihrem Schaukelstuhl beim Stricken eingeschlafen. Ihr Mann nickt auch vor einer offenen Zeitung. Ein junges Ehepaar streitet sich gerade heftig, während ein Student, der ein Stock tiefer wohnt, versucht, sich Ohrpax in die Ohren hineinzustopfen, damit er für die nächststehende Klausur lernen kann. Weiter ein Stock tiefer plauderte gerade ein Schulmächen mit ihrer Freundin seit Stunden am Telefon.
Es ist doch fast jedem bekannt, solche Szene. Entweder aus den Sprachbüchern oder aus dem täglichen Leben. Wie kann man so was im täglichen Leben beobachten? Ganz einfach, geh vor dem Fenster und steh dort 5 min. lang, dann wird die Szene einem ungebeten vor den Augen präsentiert.
Es ist eine schöne Beschäftigung (ich nenne es bewusst Beschäftigung), mitten im stressigen und mit schnellem Tempo ablaufenden Tag. Ein mal eine Pause dazwischen legen, sich vor dem Fenster zu stellen und hinaus zu schauen. Den GEdanken freien Lauf zu lassen. in sich selbst tief versunken zu sein und nebenbei was anderes bewusst oder unbewusst zu beobachten. Auf deutsch sagt man, im GEdanken zu versinken, tief im GEdanken, träumen(?), auf englisch vielleicht day dream? indonesisch melamun, menerawang, bengong(?). Ich protestiere oft laut, wenn mann dazu träumen oder day dream sagen. Denn im Grunde bin ich vielleicht sehr beschäftigt im Gednken, nicht unbedingt beim tiefen und schwierigen Denkprozess, aber auch nicht gerade entspannend. Oder wenn das GEhirn auch nicht gerade auf hochtouren arbeitet, es arbeitet auch gerade und ist beschäftigt, vielleicht eher etwas leichter Aufgabe. Ich mag das Wort menerawang. Denn es hat eine Art von nach vorne zu schauen, in Vision, in die Zukunft zu blicken, aber auch nicht sehr ernsthaft, halb ernsthaft halb träumen (leider finde ich kein besseres Wort als träumen, wobei dies Wort muss nicht unbedingt negative Stimmung wecken, als ob es nichts wahres, als ob es nur Utopie wäre). Menerawang bedeutet auch, mutig in die Zukunft schauen, vielleicht gerade weil es halb verträumt ist. wie auch immer, es ist ziemliche Interpretation von mir, hoffentlich nicht all zu falsch. Ein Bild dazu habe ich gefunden: http://www.trekearth.com/gallery/Asia/Indonesia/photo278356.htm
ein schönes Bild, auch nicht gerade mit Fotomodell.
Fröhliches Weihnachtsfest und lass uns mutig in die Zukunft blicken.

Mittwoch, Dezember 21, 2005

Wir sind schwerhörig

Es ist fast einfacher los zu plappern, anstatt in Ruhe anderen zuzuhören. Es wird oft behauptet, man darf ruhig Fehler begehen, damit man weiss, was richtig ist. Kann ich eigentlich die Farbe weiss durch schwarz erkennen? Kann ich wissen, wie eine Mutter ist, einfach dass ich das Vaterbild invertiere? Ist es möglich zu wissen, was Licht ist, einfach durch das Kennenlernen der Dunkelheit? Kann ich durch Winter den Sommer erkennen? den Tag durch die Nacht?
Durch das Gegenteil kann einiges herausgelesen werden, das bereit vorhandene Wissen vertieft und verstärkt werden, aber es stellt nicht das gesamte, integrierte, vollständige Bild dar. Es ist nur das eine Hälfte des Bildes.
Ich weiss, was Null ist, und ich weiss, dass die Unendlichkeit das Gegenstück vom Null ist (ist es eigentlich nicht, die Unendlichkeit ist das Gegenstück von dem Endlichen, genauso wie das Vorhandenen des Nichtvorhandenes). Aber ich weiss immer noch nicht, was Unendlichkeit ist, wenn ich nur Null oder das Endliche kenne, denn somit wären uns Gott nicht verborgen, ebenso wenig die Ewigkeit.
Wieso muss man vom Fehler lernen, wenn diese Lernmethode so schwach, fehlerbehaftet und so lehrunfähig ist? Es ist oft nicht das, was man erzielen möchte, es ist die blosse Ausrede, man rette was man noch retten kann. Inkl. das eigene Gesicht. Es ist nicht das, was man erzielen wollte, man ist halt zu schwerhörig und stolz, um den Rat eines anderen dankbar entgegenzunehmen.


Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: erstens durch Nachdenken, das ist der edelste,
zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste, und
drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste. Konfuzius.


Man sollte eigentlich im Leben niemals die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist so groß.
Bertrand Russel (18.05.1872 - 02.02.1970) brit. Mathematiker und Nobelpreisträger (Literatur)

Wissen gibt Sicherheit??

Wissen gibt Sicherheit. So lautet der Werbungsspruch von TÜV-Nord. Sicher, erst wissen, feststellen dann können zu den Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden. Wenn da noch was zu tun wäre, wenn da noch was gesichert werden kann. Was wäre, wenn man nur feststellen kann, ohne irgend etwas dabei tun zu können? Ist es nicht die größte Verzweiflung? Manche sagen, dann kann die letzte Wünsche noch ausgesprochen werden, Testatment kann verfasst werden, letzter Urlaub, letzter Sehnsucht erfüllt werden. Es wurde oft in Filmen gezeigt, wie die letzte Mahlzeit oder genauer gesagt, letzter Wunschmahlzeit von den zum Tode Verurteilten bereitet wird. Hatten sie jemals was Großes, etwas Besonderes bestellt? Meiner Erfahrung nach, sei es durch Filme oder Bücher, haben diese Menschen fast ganz freiwillig auf ihre letzte Mahlzeit verzichten können.
Wissen gibt Sicherheit? Manchmal ist das Wissen sogar ein Verhängnis für einen geworden. Ein Beispiel kann hierzu endlos gegeben werden. Es ist aber nicht nötig, denn jeder kann sich ein oder mehrere Beispiele aus der eigenen Tasche herausgreifen.
Wissen gibt Sicherheit? Was ist Wissen? Wie ist die Definition der Sicherheit?

Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.

Montag, Dezember 19, 2005

Gelassenheit?

Gib mir Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann;gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann;und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Reinhold Niebuhr

Meine Meinung steht fest, bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen.

Es gibt zwei Wege, um glücklich zu sein:Wir verringern unsere Wünsche oder vergrößern unsere Mittel.Wenn du weise bist, wirst Du beides gleichzeitig tun(Benjamin Franklin)

Donnerstag, Dezember 15, 2005

Ein Stück zurück und in beiden Richtungen blicken

Sachen kommen und gehen, sowie Menschen. Jahreszeiten sausen an uns vorbei, die Zahl des Jahres ebenso. Geboren, herangewachsen, krank, gestorben. Doch es hat einen Sinn. Tatsächlich? Es ist ein Plan bereits geschmiedet worden, lange, lange vorher.
Verwirrt, umhergeirrt, Ängste, sie bleiben in dem dunkelsten Kammer des Kämmerchen. Glorreich, Ehre, Achtung, sie scheinen nach aussen hin, vielleicht.
Glauben, was ist das? Jeder versteht es, oder aber auch nicht. Worauf basiert es? Am Ende doch auf das Glauben selber, weil man glauben möchte, genauso wie die Liebe weil man lieben möchte oder weil man sogar lieben muss, anders geht es einfach nicht. Es schmerzt, wenn es nicht geschafft wird, gar verlustreich.
Im Stille des Kämmerchen ist alles durchleuchtet, alles sichtbar, alles so real und greifbar, verständlich. Trotzdem ist es hilflos, kraftlos, machtlos. Ein Stück zurück rücken, um dem anderen den Weg zu bereiten. so nobel? wohl kaum:) Ein Stück zurück, um dem anderen zu erfüllen, es kommt letztenendes nicht um sich selber, es kann sich nicht ständig um einen Punkt drehen.
Ein Stück zurück rücken, und zurückblicken, vielleicht lohnt es sich doch, den anderen zu erfüllen, denn Zufriedenheit ist ein Teil des Opfers? Oder sogar Hauptprodukt des Opfers? Ein Stück zurück und in beiden Richtungen blicken.....es ist Zeit auf die Erde zurück zu kommen und es heisst Anpacken.