Montag, Februar 27, 2006

Zuneigung (Storge)

ist die schlichteste und häufigste Form der Liebe. Es ist die am wenigsten wählerische Liebe, die umfassendste, die am wenigsten heikle, die offenste Art der Liebe. .. Dieses warme Behagen, diese Zufriedenheit, weil man beisammen ist, gilt allen möglichen Objekten. Es braucht keine Worte. Die Zuneigung hat ihre Kriterien, ihre Objekte müssen vertraut sein. Aber der Anfang einer Zuneigung ist nicht zu fassen. Wenn wir uns ihrer bewußt werden, heisst das, dass sie schon seit einiger Zeit besteht...Meistens rühmen wir jene, mit denen uns Zuneigung verbindet, erst, wenn wir sie verloren haben.
Diese Zuneigung gilt Leuten, die nichts miteinander gemein hätten, wenn nicht das Schicksal sie in denselben Haushalt oder in dieselbe Gemeinschaft geführt hätte. Falls daraus Zuneigung wächst- das geschieht natürlich nicht immer- dann gehen ihnen allmählich die Augen auf. In dem ich den "alten So und so" liegbewinne, einfach, weil er nun einmal da ist, entdecke ich mit der Zeit, dass eigentlich "etwas an ihm ist".

Auszug aus: Was man liebe nennt. C.S. Lewis.

Schon mal die Zuneigung gespürt, dass zwei Menschen nebeneinander gegangen sind, keine Worte, keine Laute, aber sie verstehen sich. Keine Stimme. Der Genuss selber liegt in der Ruhe.

Schon mal die Zuneigung gesprürt, dass keine Worte benötigt wird. Ein Zucken des Augenbraues alles gedeutet hat? oder eine Geste kaum Ausdruck, aber alles daraus gelesen? Eine kleine Bewegung und schon alles gemerkt? Verstanden und gespürt ohne dass ein Mittel dafür benötigt wird.

Oft mals rühme ich die Sprachen, weil sie verbinden. Wörterbücher, weil sie aufklären und erhellen. Ebenso Lexika. Aber wozu bräuchte man Worte wenn man ohne sie ganz auskommt?
Froh und dankbar nehme ich dieses Geschenk entgegen. Dass ich es gespürt habe.

Wir vermissen was wir nicht haben.

Wir vermissen was wir nicht haben. Wieso? Denn wir haben sie nicht. Oder wir vermissen etwas, nicht weil wir sie nicht haben, sondern weil sie verloren gegangen sind. Dann sucht man. Na ja, das bedeutet, sie sind doch nicht da.
Und wenn wir sie doch haben? Würden wir sie doch schätzen, beachten, ernst nehmen?
Lewis sagte in "Was man liebe nennt", dass Zuneigung etwas mit dem alten, vertrauten und dem Unbewusstsein verbunden ist. Es muss der alte Pulli, der alte Gärtner, das alte Hemd sein. Wieso? weil sie vertraut sind. Zuerst bemerken wir sie einfach nicht, dann doch, wir lassen sie leben, dann lächeln wir sie an, freuen uns über sie und schätzen sie schliesslich. Vieles passiert unbewusst. Das Bewusstsein kehrt ein und schmerzt am meisten, wenn wir sie verloren haben.
Mancher sagt, wenn es vorhanden ist, merkt man es nicht, erst wenn es verloren geht wird es einem bewusst, dass etwas einem weggerissen wird. Muss das Bewusstsein erst einkehren wenn es schon zu spät ist?
Deutsches Sprichwort sagt: wir leben zu sehr in der Vergangenheit, haben Angst vor der Zukunft und vergessen dabei die Gegenwart zu genießen. Mögen wir jeden Moment im Leben auskosten, schätzen und geniessen.
Und nu bleibt der Rätsel: wir vermissen was wir nicht haben.