Damit die späte Reue aussteht
Manchmal ist das Leben ziemlich lustig aber traurig. Wir suchen etwas, was wir nicht besitzen, dafür vergessen, was vor dem Augen vorhanden ist. Wieso sucht man? Weil er etwas vermisst. Hat er es je vermisst, als er den Gegenstand vor der Nase gestellt hat? Natürlich nicht. Warum nicht? Weil der Gegenstand da war. Hat er den Gegenstand jemals gemerkt, besitzt der Gegenstand einen bewußten Platz in seinem Herzen? Vermutlich nicht. Denn oft nehmen wir Gegebenheiten als selbstverständlich an. Undankbar denken wir, es muss so sein. Wir vermissen etwas erst wenn es bereits zu spät ist. Sonst würde es nicht heißen, vermissen, bereuen.
Ein Gegenstand zu vermissen, eine Tat oder Untat zu bereuen ist gut. Denn es bedeutet, wenn es eine Zeitmaschine vorhanden wäre, würde ich vieles anders machen. Aber...gibt es eine Zeitmaschine?
Chance kommen oft nicht zwei mal. Oder formulieren wir es besser so, wir wissen nicht, wie viel mal Chance kommen. Vielleicht gibt es eine zweite, eine dritte, eine wiederholte. Aber wer weiss, dass morgen die Sonne scheint, wenn morgen noch nicht kommt?
Genauso wie Chance. Wir wissen nicht, ob sie noch mal kommen. Deswegen, um sich späte Reue zu ersparen, soll jede Chance erkannt und derart genutzt werden, als ob es keine zweite kommt. Es soll so gelebt werden, dass jede Lebensphase derart gelebt wird, dass später ohne jegliche Reue zurückgeblickt werden kann und, voller Demut gesagt werden kann, es war schön. Es ist vorbei, und ich habe meine Rolle gut gespielt. Es ist gestern und ich habe meinen Teil erfüllt.
Sprich nicht von gestern, denn es gehört der Vergangenheit. Träume nicht von morgen, denn wer weiss, ob morgen kommt. Lebe für heute, denn es ist die Realität. Lebe für heute, und zwar so, dass es morgen keine Reue für heute gibt, auch wenn niemand weiss, ob es morgen gibt.


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